Zum Schnitzen mit der Kettensäge brauchen Sie Schnittschutzhose, Helm mit Visier und Gehörschutz, Schnittschutzhandschuh für die linke Hand und Sicherheitsschuhe mit Schnittschutz. Die Hose sollte Schutzklasse 1 haben und — anders als in der Forstwirtschaft — Form C sein, also rundum schützen.
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Warum Carving andere Regeln hat als Holzernte
In der Forstwirtschaft kommt die Säge fast immer von vorn. Deshalb reicht dort Form A: Schnittschutz auf der Beinvorderseite, hinten normaler Stoff. Das spart Gewicht und Wärme.
Beim Schnitzen sieht die Sache anders aus. Sie arbeiten dicht am Körper, oft kniend, häufig über Kopfhöhe, ständig um das Werkstück herum. Die Säge zeigt in jede denkbare Richtung, auch nach hinten und zur Seite. Genau dafür gibt es Form C mit Rundumschutz.
Die Norm nennt Form C offiziell für Sonderfälle wie Feuerwehr und Rettungsdienst. Carving steht dort nicht — was daran liegt, dass die Norm aus der Forstwirtschaft kommt, nicht daran, dass Carving ungefährlicher wäre.
Links und rechts sind nicht gleich
Schnittschutzhosen sind asymmetrisch aufgebaut, weil die Kette bei einem Rückschlag aus einer bestimmten Richtung aufs Bein trifft. Die Beine dürfen deshalb nicht vertauscht getragen werden. Klingt banal, passiert aber beim schnellen Anziehen im Winter regelmäßig.
Schutzklassen: 1 reicht fast immer
Die Klasse gibt an, bis zu welcher Kettengeschwindigkeit das Material die Säge stoppt. Nach EN ISO 11393-2, die seit einigen Jahren die alte EN 381 ersetzt:
| Klasse | Kettengeschwindigkeit | Gedacht für |
|---|---|---|
| 1 | 20 m/s | Privat, Kommune, Carving |
| 2 | 24 m/s | Berufliche Forstwirtschaft |
| 3 | 28 m/s | Besonders leistungsstarke Sägen |
Für Carving-Sägen mit kleinem Hubraum ist Klasse 1 ausreichend. Wer mit einer großen Säge Rohformen aus dem Stamm schlägt, kann über Klasse 2 nachdenken — zahlt das aber mit Gewicht und Hitze. Eine Klasse 0 (16 m/s) gibt es ebenfalls; die würde ich nicht nehmen.
Der Kopf ist beim Schnitzen exponierter
Beim Fällen steht man neben dem Stamm. Beim Schnitzen ist das Gesicht manchmal dreißig Zentimeter vom Schnitt entfernt, weil man sehen will, was man tut. Späne fliegen dabei ununterbrochen nach oben.
- Visier statt Brille allein: Ein Gitter-Visier hält grobe Späne ab, eine dicht schließende Schutzbrille darunter den Feinstaub. Beides zusammen, nicht eines statt des anderen.
- Gehörschutz: Eine Kettensäge liegt bei über 100 dB. Beim Carving läuft sie über Stunden in kurzen Intervallen — die Belastung ist höher, als man denkt.
- Staubmaske bei trockenem Holz: Eiche und besonders Lärche erzeugen feinen Staub. Bei längeren Sitzungen im Innenraum ist FFP2 kein Luxus.
Was ich trage
Hier die tatsächlich verwendete Ausrüstung eintragen — Hersteller, Modell, seit wann im Einsatz, was daran gut ist und was nervt. Das ist der Abschnitt, der diesen Beitrag von allen anderen unterscheidet.
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Häufige Fragen
Reicht eine normale Arbeitshose mit Schnittschutzeinlage?
Nein. Schnittschutz funktioniert über lange Fasern, die sich lösen, in das Kettenrad einziehen und die Säge blockieren. Das leistet nur zertifiziertes Material. Eine verstärkte Arbeitshose ohne Prüfzeichen nach EN ISO 11393 hat diese Wirkung nicht.
Wie lange hält eine Schnittschutzhose?
Solange das Schutzgewebe unbeschädigt ist. Nach jedem Kontakt mit der laufenden Kette ist die Hose ein Fall für den Müll, auch wenn außen nur ein kleiner Riss zu sehen ist — das Fasergewebe darunter hat gearbeitet und lässt sich nicht reparieren. Ansonsten begrenzt die Waschhäufigkeit die Lebensdauer; die Herstellerangabe steht im Etikett.
Braucht man Schnittschutzhandschuhe an beiden Händen?
Üblich ist Schnittschutz nur an der linken Hand, weil die am vorderen Griff und damit im Gefahrenbereich liegt. Beim Carving mit kleinen Sägen wechselt die Handhaltung öfter; wer viel einhändig arbeitet — was man nicht tun sollte — hat ohnehin ein größeres Problem als die Handschuhwahl.
Geschrieben von
Andreas Patzak
Kettensägenkünstler aus Lauter-Bernsbach im Erzgebirge. Seit über fünfzehn Jahren Skulpturen aus Eiche, Lärche und Lindenholz — für Gärten, Golfanlagen, Galerien und Kommunen. Was hier steht, kommt aus der eigenen Werkstatt, nicht aus Herstellerprospekten.